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Portfoliotext

SCHAUER
Erinnerungsschatten

Marcel Deubelbeiss
Ein kleiner Schrecken, ein Gefühl des Unheimlichen, begleitet von leichtem Schaudern. Als Kind weiss man um die Lust am Verbotenen, die sich aus dem Anblick von etwas Verbotenem nährt. Die Unsicherheit, ob dasjenige, was man soeben gesehen hat, nicht doch wahr ist, findet im Gefühl eines wohligen Schauers seinen Ausdruck.

Das auf dem Bildschirm vage erkennbare Schattenspiel von zwei Puppenhänden erinnert den erwachsenen Betrachter an die Kindheit genauso wie den Fernseher selbst. Die Arbeit spielt durchgehend mit verschiedenen Sichtweisen. Der Titel «Schauer» bezeichnet im Englischen Wortlaut eine Dusche. Dies erklärt die Verwendung der Musiksequenz aus dem Film Psycho von Alfred Hitchcock. Wie bei Hitchcock die Grenze des Duschvorhangs gewaltsam durchdrungen
wird, hat der erwachsene Betrachter nun auch die Möglichkeit, hinter den Bildschirm zu blicken. Begleitet von einer herben Enttäuschung: Die beiden Schatten stammen von einer simplen Plastikhand. Der Verlust der kindlichen Phantasie wird durch die Sterilität des Badezimmers mit wohlgeordneten Frotteetüchern und einem Accessoire aus der Erwachsenenwelt unterstrichen.

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